< Mit welchen Fragen Sie sich bei der Umstellung auf das Marktlokationsmodell beschäftigen sollten.
18.01.2018

Blockchain in der Energiewirtschaft – Diese Antworten auf die 12 wichtigsten Fragen sollten Sie kennen, besonders wenn Sie Führungskraft sind.

Mit zunehmenden Informationen im Markt über Blockchain-Anwendungen in der Energiewirtschaft wird dieses Thema natürlich auch verstärkt bei den Versorgern diskutiert.   Gerade als Führungskraft sollten Sie in der Lage sein, gegenüber den Mitarbeitern und natürlich auch gegenüber der Geschäftsführung oder gar den Aufsichtsgremien die wesentlichen Fragen beantworten zu können. Die Chance ist groß, dass Ihnen die eine oder andere hier beschriebene Fragen einmal gestellt wird.


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Wolfram M. Walter, PMD Akademie Gera

Mit zunehmenden Informationen im Markt über Blockchain-Anwendungen in der Energiewirtschaft wird dieses Thema natürlich auch verstärkt bei den Versorgern diskutiert.

Gerade als Führungskraft sollten Sie in der Lage sein, gegenüber den Mitarbeitern und natürlich auch gegenüber der Geschäftsführung oder gar den Aufsichtsgremien die wesentlichen Fragen beantworten zu können. Die Chance ist groß, dass Ihnen die eine oder andere hier beschriebene Fragen einmal gestellt wird.

In den Antworten werden externe Webseiten angegeben. Es bestehen seitens der PMD Akademie keine geschäftlichen Beziehungen zu diesen Unternehmen und die Auswahl bedeutet kein Qualitätsmerkmal oder eine Priorisierung. Auf diese Seiten sind wir lediglich bei unseren Recherchen gestoßen. Sicherlich gibt es weitere Seiten, die den Sachverhalt genauso gut darstellen.

Viel Spaß beim Lesen und wenn Sie weitere Fragen haben: Senden Sie uns eine kurze Mail.  Wir werden versuchen, zeitnah eine Antwort zu finden.

1. Ist die Blockchain sicher?

Im Prinzip ja. Durch das Verteilungsprinzip auf viele weltweit verstreute Rechner (Nodes) ist es nahezu nicht möglich, eine Blockchain zu manipulieren. Allerdings gibt es zwei (eher theoretische) Risiken:

  • Um eine Blockchain-Transaktion durchführen zu können, benötigt man „Miner“, die sogenannte „Nodes“ (= Rechner) zur Verfügung stellen. Diese sind in sogenannten „Mining-Pools“ zusammengeschlossen, von denen es mehrere auf der Welt gibt. Wenn jemand mehr als 50 % aller in einem Pool vorhandene Rechner kontrolliert, könnte er den Verlauf der Blockchain manipulieren.

  • Der weitaus größte Teil der Rechnerleistungen wird in China erbracht. Grund dafür sind die deutlich geringeren Energiekosten. Wenn die Chinesen einmal den Strom abstellen … 

2. Kann ich mir einen beliebigen Miner-Pool aussuchen?

Ja. Aber Sie sollten aufpassen, dass Sie nicht Opfer eines SCAM werden (scam = Betrug) Bei einem SCAM wird nur vorgetäuscht, dass es sich um einen Miner-Pool mit vielen dedizierten Nodes handelt. Sollten Sie Interesse an der Technik haben, die hinter dem Pools steckt, ist folgende Seite zu empfehlen:
en.wikipedia.org/wiki/Mining_pool.

Wenn Sie sich einen Pool aussuchen möchten, der auch vertrauenswürdig ist, finden Sie eine gute Auflistung auf www.blockchain.info. Dort findet man viele weitere Detailinfos. Allerdings gibt es auch Pools, die dort nicht gelistet werden und vermutlich auch sicher sind.

Sie können sich auch einen eigenen Miner-Pool zusammenstellen, allerdings stellt sich hier die Vertrauensfrage. Ein wesentliches Merkmal einer Blockchain ist, dass die Daten auf vielen unabhängigen Rechnern gespeichert werden. Daher sollten sie eher auf bereits bestehen Pools zugreifen. Zur Info: im Bitcoin-Pool sind aktuell ca. 6.700 Rechner weltweit eingebunden.

Sollten Sie Interesse an der IT-Philosophie haben, auf der ein Pool aufbaut, finden Sie auf dieser Seite recht gute Erklärungen: en.wikipedia.org/wiki/Mining_pool.

3. Wie teuer ist die Blockchain-Software?

Die Blockchain-Software ist kostenlos (Open-Source-Software). Man kann den Programmcode von speziellen Plattformen herunterladen. Detaillierte Informationen dazu gibt es z. B. auf www.openchain.org.

Damit man eine Blockchain sinnvoll nutzen kann, müssen aber entsprechende Anwendungen an die Blockchain angeknüpft werden, z. B. mittels APIs (API ist die Abkürzung für Application Programming Interface = Programmschnittstelle. Über ein API können Entwickler auf die Funktionen einer Anwendung zugreifen.) Aber Achtung! Natürlich muss man auch für den Speicherplatz bezahlen, den die Blockchain belegt. Die Kette für den Bitcoin ist aktuell 250 Mbyte groß!

4. Ist mit einer Blockchain immer virtuelles Geld verknüpft?

Ja und Nein. Die „Miner“, die für die Durchführung der Transaktionen ihre Rechnerleistungen zur Verfügung stellen, werden mit virtuellem Geld (Kryptowährung) belohnt. Daher ein „Ja“.
Das bedeutet aber nicht, dass zwei Parteien, die auf Basis einer Blockchain z. B. Informationen austauschen, auch virtuelles Geld transferieren müssen. So könnte es sich z. B. um Vertrags- oder Abrechnungsdaten handeln. Daher ein „Nein“.

5. Bin ich an die bereits existierenden Kryptowährungen gebunden?

Nein. Sie können sich ihre eigene virtuelle Währung schaffen und auch einen beliebigen Name dafür verwenden.

Eine gute Übersicht über die aktuellen Kryptowährungen finden Sie auf dieser Seite:
www.krypto-magazin.de/ueberblick-aller-kryptowaehrungen/

Allerdings müssen Sie zwei Dinge berücksichtigen:

  • Virtuelles Geld wird erst dann zum „echten“ Geld, wenn eine Ware oder Leistung dagegen steht. Bedeutet: um mit dem virtuellen Geld bezahlen zu können, brauchen Sie auf der anderen Seite eine „Akzeptanz“-Stelle, z. B. ein Restaurant, in dem Sie das Essen mit Ihrem Geld bezahlen können.

6. Wann wird die Blockchain im Markt angekommen sein?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Fakt ist, dass die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist und die Blockchain die Gesellschaft so verändern wird wie einst das Internet im Jahr 1990, als es öffentlich zugänglich gemacht wurde.

In manchen Branchen (Finanzwelt, Versicherungswesen) wird es in den kommenden 3 – 5 Jahren deutliche Veränderungen geben. Auch in der Energiewirtschaft werden insbesondere Handelsplattformen die Blockchain-Technik nutzen. Auch die ersten Kunden-Prozesse wird man umgestellt haben. Die Durchsetzung in der Energiewirtschaft wird deutlich beschleunigt, wenn einige Gesetze verändert bzw. angepasst werden. Dies scheint auf dem ersten Blick noch in ferner Zukunft zu liegen, allerdings gibt es bereits Diskussionen auf politischer Ebene. Zudem gibt es bereits Überlegungen, dass durch die Blockchain auch das Wahlsystem revolutioniert werden könnte: 
www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagswahl/alle-schlagzeilen/blockchain-wie-eine-technologie-unser-wahlsystem-revolutionieren-koennte/20366520.html

7.  Können alle Prozesse durch eine Blockchain abgelöst werden?

Wenn es sich um Billing-Prozesse oder um Prozesse rund um das Zählerwesen handelt auf jeden Fall. Bei Datenmanagement und Datensicherheit sowieso und sogar im Netzmanagement und im Kontext Mobilität werden Lösungen auf den Markt drängen. Im Vertrieb und im Marketing muss man wohl Abstriche vornehmen, denn eines kann die Blockchain nicht: die verbale und persönliche Kommunikation zwischen zwei Menschen ersetzen.

Allerdings wird sich das Interaktionsverhalten zwischen Versorger und Kunden ändern: es werden schrittweise immer mehr blockchain-basierte Lösungen eingesetzt werden, die einen Kundenkontakt überflüssig machen oder die die Customer Self-Services unterstützen werden.

8. Werden Stadtwerke überflüssig?

Nein. Auch in Zukunft wird man Versorger benötigen, die einen engen Kontakt zu ihren Kunden haben. Es wird aber nicht reichen, wenn man sich ausschließlich auf seiner lokalen Marke ausruht. Junge Startup-Unternehmen werden in den Markt drängen, ebenso große Internet-Unternehmen. Prosumer werden Energie bieten und es wird zu einem direkten Austausch auf Basis einer Blockchain kommen. Auch werden Vertragsverhältnisse digitalisiert und Abrechnungsprozesse durch Blockchain abgelöst. In welchen Bereichen die Veränderungen zu erwarten sind, zeigt u.a. eine Übersicht in der Studie der dena auf Seite 20: www.dena.de/newsroom/meldungen/blockchain-energiewirtschaft-bereitet-sich-auf-neues-digitales-verfahren-fuer-transaktionen-vor/

9. Auf was sollten wir uns heute als Versorger einstellen?

Mit zunehmender Penetration im Markt wird die Blockchain-Technik auch zum Thema bei den Versorgern. Das Informationsangebot ist schon nicht mehr zu bewältigen, viele Menschen, die sich nur sporadisch mit dem Thema beschäftigen haben, sind bereits in Resignation verfallen oder haben bereits aufgegeben. „Halbwissende“ wandern durch die Büros und erzählen wilde Geschichten von einer Gesellschaft ohne Versorger, davon dass alle in der Buchhaltung ihren Job verlieren werden und dass wir in Zukunft kein Papiergeld mehr in der Tasche haben.

Um diesen Ängsten zu begegnen, könnte ein Unternehmen eine Blockchain-Strategie entwickeln. Damit ist nicht die Entwicklung eine Blockchain-Applikation gemeint, sondern ein strukturiertes Vorgehen. Angefangen von einer internen Kommunikationsstrategie über ein etabliertes Prozess- und Wissensmanagement bis hin zur Gründung von Partnerschaften.

10. Was sollten wir in unserer Organisation jetzt unternehmen?

Zunächst ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Sammeln Sie die Fragen, die Ihnen die Mitarbeiter vermutlich stellen werden: Werden wir überflüssig? Ist mein Job gefährdet? Müssen wir neue innovative Produkte haben? Muss ich jetzt IT lernen? Usw.

Suchen Sie eine Mitarbeiterin / einen Mitarbeiter aus, der als „Blockchain-Scout“ agiert und sich regelmäßig über die aktuelle Entwicklung informiert. Darüber kann dann regelmäßig intern berichtet werden. Laden Sie sich einen Referenten ein, der vor den Führungskräften über die Entwicklung berichtet (das ist i.d.R. deutlich günstiger, als wenn mehrere Leute auf eine Konferenz fahren). Entwickeln Sie (ggf. mit externer Unterstützung) ein Kommunikationskonzept und erstellen Sie eine Blockchain-Strategie.

Wie so eine Strategie aussehen könnte erfahren Sie in unserem Webinar „7-Stufen zu einer erfolgreichen Blockchain-Strategie“ am 8. März 2018, 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr. Wie immer sind die Teilnahme am Webinar sowie der Download der Unterlagen kostenlos, ebenso der Video-Mitschnitt: webinare.pmd-akademie.de/start

11. Wo kann ich mich mit überschaubarem Aufwand über Blockchain-Anwendungen in der Energiewirtschaft informieren?

Es gibt einige Studien im Markt, die dem Leser einen sehr guten Überblick verschaffen. Zu empfehlen sind:

BDEW
www.bdew.de/service/publikationen/blockchain-energiewirtschaft/

dena
www.dena.de/newsroom/meldungen/blockchain-energiewirtschaft-bereitet-sich-auf-neues-digitales-verfahren-fuer-transaktionen-vor/

Materna
www.materna.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/Siepe/Materna-veroeffentlicht-Ergebnisse-zum-Forschungsprojekt-Blockchain.html

Sopra-Steria
www.soprasteria.de/newsroom/news/studie-deutsche-wirtschaft-nimmt-blockchain-sehr-ernst

Verbraucherzentrale NRW
www.verbraucherzentrale.nrw/sites/default/files/migration_files/media242404A.pdf

12. Wie geht es jetzt weiter?

Den Versorgungsunternehmen ist anzuraten, sich zunächst Klarheit über den eigenen Status im Kontext Digitalisierung zu schaffen: Vision, Ziele, Agenda, Transformation. Dazu gehört, dass man sich aktiv um die bestehenden Prozesse kümmert und sich soweit vorbereitet, dass ggf. eine schnelle Reaktion möglich ist. Laut einer Hochrechnung in einer Studie des Weltwirtschaftsforums wird im Jahr 2027 über 18 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes mit der Blockchain abgewickelt werden. Da kann der eine oder andere Versorger bereits in 5 Jahren mächtig unter Druck kommen.

Manche Versorger vertrauen auf die Trägheit der deutschen Politik. Im Sommer letzten Jahres wurde der „Blockchain Bundesverband“ gegründet. Der Verband hat sich schon in über 20 Arbeitsgruppen mit der Ausformulierung von Problemstellungen und politischen Handlungsempfehlungen beschäftigt, mit dem Ziel, Deutschland zu einem Global Player im weltweiten Blockchain-Ökosystem zu machen.
bundesblock.de/2017/10/17/bundesverband-veroeffentlicht-positionspapier/

Einladung Webinar zu Blockchain für Führungskräfte

wir möchten Sie gern zu unser nächstes Webinar einladen. Informieren Sie sich in dem Termin:  Blockchain für Führungskräfte und nutzen Sie die Gelegenheit, unseren Referenten Fragen zu stellen.

Blockchain: Auf diese 12 Fragen sollten Führungskräfte eine Antwort wissen!

20. März, 10:00 - 11:00 Uhr

Bei einer Anmeldung geben wir Ihnen im Anschluss an das Webinar die Möglichkeit die Aufzeichnung kostenlos herunter zuladen: so bleiben Sie auf dem Laufenden, auch wenn Sie keine Zeit zum Live-Termin haben. Die Teilnahme ist natürlich kostenfrei. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

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Heike Wenzel

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