Blockchain: Warum es uns so schwer fällt, die neue Technik zu verstehen.

Wir lassen uns von einer statischen Unternehmenskultur und von Führungskräften beeinflussen, die keine Risiken eingehen möchten. Entscheidungen werden nicht oder eher schleppend gefällt. Agile Führung, New Work oder Führung 4.0 kommt in dem Vokabular dieser Unternehmen nicht vor. Viele Energieversorger legen Wert auf hierarchische Strukturen, Fehler dürfen nicht gemacht werden. Das Geschäft ist stabil mit den Produkten, mit denen man schon immer Geld verdient hat. Glaubt man aktuellen Studien, haben viele Unternehmen es nicht geschafft, sich in die Welt der Digitalisierung zu begeben.
Manche Unternehmenslenker scheinen zu glauben, der Digitalisierungsprozess sei abgeschlossen, wenn die Führungskräfte ein Smartphone bekommen haben, der Kunde seinen Zählerstand online eingeben kann oder wenn eine App entwickelt wurde. Leider ein Trugschluss. Man spricht von „digitalen Produkten“ die man den Kunden anbieten muss. Was um alles in der Welt sind „digitale Produkte“? Hoffentlich nicht noch mehr Self-Services, die angeblich interne Prozesskosten sparen aber den Kunden zwingen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die er gar nicht möchte.
Und jetzt kommt so eine Blockchain daher und macht es noch radikaler. Angeblich benötigt man zukünftig keine Versorger mehr, Banken werden abgeschafft, Notare für Liegenschaftsnachweise braucht man nicht mehr und Maschinen bestellen Ware oder prognostizieren den eigenen Strombedarf. Jeder, der möchte, kann sich virtuelles Geld machen (aktuell gibt es ca. 1.400 kryptische Währungen) und die Finanzbehörden sind ganz verzweifelt, weil Handwerker anonym über Kryptowährungen bezahlt werden und keine Steuer entrichten. Was für ein Zirkus!

Blockchain ist disruptiv und radikal und kann daher auch nur so begriffen werden!

  • Wir müssen Denkstrukturen aufbrechen und so agieren, als würden wir ein neues Unternehmen auf der grünen Wiese oder am Reißbrett entwickeln.Wir sollten nicht nur an Besprechungstischen sitzen und es cool finden, mal an das Flipchart zu gehen, sondern neue kreative Methoden ausprobieren, wie z. B. Design-Thinking.
  • Wir müssen alles ignorieren, was wir in der Vergangenheit über Prozess und Prozessoptimierungen gehört haben. Wir diskutieren den Einsatz von Robotern in Abrechnungsprozessen, die es in ein paar Jahren nicht mehr geben wird.
  • Wir blicken immer auf die Unternehmen in ähnlicher Größenordnung wie unser eigenes oder auf die ganz Großen, insbesondere wenn sie in unser Grundversorgungsgebiet eindringen. Die Bedrohung kommt aber von den internationalen und finanzstarken Internet-Giganten und von den agilen und kreativen Startup-Zwergen.
  • Statt langfristiger Wasserfall-Projekte, die mehrfach abgesichert sind, müssen wir in kleinen schnellen Aktionen denken, quasi „srummäßig“. Auch auf die Gefahr, einmal als Redner in einer FuckUp-Night aufzutreten.
  • Wir brauchen Führungskräfte, die Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität als ihre Instrumente einsetzen, um die notwendigen kreativen Freiräume zu schaffen.

Fazit: Blockchain beginnt im Kopf. Wer nicht mutig genug ist, sich mit den neuen Themen zu beschäftigen, wird demütig werden, wenn er auf den Erfolg anderer Unternehmen blicken wird.

Übrigens:

Das Problem der 9 Kreise kann man nur lösen, wenn man den Rahmen aufbricht: Think outside the box!

Der Autor

Wolfram M. Walter
Professional Scrum Master
Member of German Speakers Association
Geschäftsführer der PMD Akademie

w.walter@dms-gruppe.de
www.dms-gruppe.de
info@dms-gruppe.de

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